Lagom – Die schwedische Lebensphilosophie

Die Dänen haben Hygge und die Schweden Lagom. Uff, noch so ein Lebenskonzept, das sich seinen Weg in die Lifestyle-Trends bahnt. Brauchen wir das echt? Bei Lagom sage ich ja, das brauchen wir wirklich. Hygge hat mich mit seinem Fokus auf die Gemütlichkeit angezogen und Lagom überzeugt mit dem Hang zur Einfachheit. Aber lass uns von vorne anfangen.

Bevor ich aber mehr darauf eingehe, was Lagom ausmacht und worin es sich von Hygge unterscheidet, hier nochmal ein kleiner Reminder, dass Du Dich für meinen Newsletter anmelden kannst, wenn Du magst. Ich sende immer nur eine Mail im Monat, die Dir die Staycation zusammenfasst. Zusätzlich erhältst Du ein Goodie oder exklusiven Content. Und bei der Anmeldung bekommst Du diesen Monat die Printables für die Staycation nach Kopenhagen aus meinem Etsy Shop kostenlos.

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Aber zurück zum Thema.

Lagom, was ist das überhaupt?

Lagom ist eine Abkürzung des schwedischen Ausdrucks “lagom om”, was übersetzt “im Kreis der Mannschaft” heißt. Es kommt aus den Wikingerzeiten, in denen jeder nur einen gerechten Schluck aus dem Trinkhorn mit Met, das herumgegeben wurde, nehmen sollte. So war für jeden genug da. Heute bedeutet das Wort dementsprechend “nicht zu viel und nicht zu wenig”. Man soll also bei allem seine richtige Balance finden. Alles in Maßen.

Hygge vs. Lagom

In meinem Post über Hygge habe ich Dir schon erzählt, dass es bei Hygge hauptsächlich um Gemütlichkeit, Geborgenheit, Sicherheit und Gemeinschaft geht. Gegenwart und Vergnügen spielen eine große Rolle. Lagom dagegen fokussiert sich auf eine Balance im Leben. Auf Bescheidenheit, Rücksichtnahme, Gerechtigkeit und Gleichheit. Das Gemeiwohl steht über allem. Diese Werte sind auch im Hygge wichtig, aber der Fokus liegt einfach woanders.

Ich würde sagen, dass es bei beiden Konzepten viele Überschneidungen gibt. Trotzdem geht es bei Hygge eher um das eigene Wohl, für das natürlich das Wohl der Mitmenschen wichtig ist. Und bei Lagom ist es genau andersrum: es geht um das Gemeinwohl, für das aber natürlich wichtig ist, dass es Dir auch gut geht.

Erst Hygge, jetzt Lagom, was kommt als nächstes?

Ja, sowohl Hygge als auch Lagom entwickeln sich zu Trendwörtern und Verkaufsschlagern und das führt berechtigterweise zu Augenrollen. Aber: Die Bezeichnungen sind doch eigentlich egal. Es geht um das, was dahinter steckt: Ein Lebensgefühl, ein bewusstes Handeln, das Genießen des aktuellen Moments und die Dankbarkeit für die kleinen Dinge. Darum, dass man uneigennützig handelt und trotzdem dafür sorgt, dass es einem gut geht. Darum, sein Ego etwas zurückzunehmen und daran zu denken, dass man nicht alleine ist auf dieser Welt. Und das alles nicht aus einer Einstellung des Mangels heraus (“Es gibt nicht genug für alle”), sondern einfach, weil man merkt, dass man für ein gutes Leben nicht viel braucht.

Lagom im Alltag

Die Idee von Lagom klingt ja schön und gut, aber wie können wir das in unserem Alltag integrieren?

Balance beim Essen
Ein friedliches Verhältnis zum Essen ist eine Voraussetzung für Balance. Vielleicht geht es Dir ähnlich, aber für mich sind viele Lebensmittel mit Emotionen behaftet. Das eine ist “gut”, das andere “schlecht”. Lass uns doch versuchen, stattdessen lieber das zu essen, was unser Körper möchte. Was ihn nährt und wonach er verlangt. Und nicht das, was uns jemand gesagt hat, das wir essen sollten.
Auch sonst auf die Gesundheit achten
Hier geht es um die Basics. Genug Schlaf, genug Wasser, genug Bewegung. Nicht als Bestrafung, nicht weil Du musst. Sondern nur, weil es Dir gut tut, und nur so viel, wie es Dir gut tut.
Pausen beim Arbeiten

Du weißt es, ich weiß es und trotzdem machen wir es vermutlich beide viel zu selten: Qualitativ hochwertige und genügend Pausen machen. Ich arbeite in letzter Zeit total gerne mit Time Blocks und der Pomodoro-Technik. In den Pausen lüfte ich, gehe ein paar Schritte und hole mir etwas zum Trinken oder einen kleinen Snack. An der Länge meiner Mittagspause kann ich definitiv noch arbeiten, aber insgesamt merke ich, dass es nicht nur meine Motivation steigert, wenn die Aufgaben eingegrenzt viel überschaubarer sind. Ich habe auch insgesamt mehr Energie.

 

Arbeiten ist kein Statussymbol

Wir Deutschen scheinen das Beschäfigtsein als Statussymbol zu sehen. Wer nicht unfehlbar wirkt, scheint schnell “unprofessionell” zu sein. Die Schweden sehen das anders. Statussymbole sind insgesamt eher verpöhnt und man arbeitet effizient, aber die Arbeit ist nicht das Leben. Die Familie und Erhohlung haben einen festen Platz im Alltag. Und das finde ich einen unglaublich guten Ansatz.

Fika

Oh die Fika, wie ich sie liebe! Fika ist ein sehr beliebtes schwedisches Gemeinschaftsritual. Es geht darum, sich bewusst einen Kaffee und eine Süßigkeit zu gönnen. Ein Genießermoment, im Optimalfall mit lieben Menschen. Bei einer Fika gibt es häufig Chokladbollar (für meine Variante bekommst Du nächsten Samstag das Rezept!), Kanelbullar (Zimtschnecken), Dammsugare (Punschrollen), Hallongrottor (Kekse mit Himberfüllung), Pepparkakor (Ingwerkekse, häufig in der Weihnachtszeit) oder Semla (Hefebrötchen mit Marzipan und Vanillesahne). Aber auch Waffeln oder Herzhaftes kann es bei einer Fika geben. Die Süßigkeiten sind nur kleine Häppchen, denn: Alles in Maßen.

Schwedische Sparsamkeit

Es gibt ein schwedisches Sprichwort, das sagt: “Wer kauft, was er nicht braucht, bestiehlt sich selbst.” Ich finde das sehr bezeichnend für eine Grundeinstellung, von der ich mir auf jeden Fall eine Scheibe abschneiden könnte. Wie häufig kaufe ich Dinge, die ich einen Moment lang ganz toll finde, aber eigentlich gar nicht brauche. Meiner Meinung nach müssen Dinge nicht nur rein funktional sein, aber wenn sie auch nicht wirklich nachhaltig Freude bringen, sollten sie vielleicht einfach keinen Platz in meiner Wohnung bekommen. Den ersten Schritt zu einem minimalistischeren Leben bin ich mit den 30 Days to Simplify von MuchelleB* (große Empfehlung!) bereits gegangen, aber jetzt geht es darum, nicht wieder unnötigen Kram zu kaufen, den ich dann später wieder aussortiere.

Lagom in Beziehungen

In Beziehungen sollte jeder gleichberechtigt sein. Wie die Dänen haben auch die Schweden erkannt, dass Gemeinschaft eine riesige Rolle im Leben spielt. Deshalb ist es doch selbstverständlich, dass wir das Wohlergehen unseres Gegenübers im Kopf haben und ihm unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, oder?

Dein “gerade richtig” kann und darf sich immer wieder ändern

Das Leben ändert sich, Beziehungen ändern sich, man selbst ändert sich. Dadurch verändern sich auch Bedürfnisse. Die perfekte Balance gibt es nicht und was gestern funktioniert hat, tut es heute vielleicht nicht mehr. Meine Mama sagt so schön: “Immer locker in den Knien bleiben” – nicht dogmatisch werden und flexibel bleiben. Dann hat Lagom meiner Meinung nach ein riesiges Potential für unsere Gesellschaft.

Wie siehst Du das?

Wenn Du dich mehr für das Thema interessierst, kann ich Dir das Buch “Lagom – Der schwedische Weg zum Glück” von Niki Brantmark* und diesen Artikel* empfehlen.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Post etwas mitgeben und freue mich schon, nächsten Samstag das Rezept für meine Version der Chokladbollar mit Dir zu teilen. Die sind perfekt für eine Fika!

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