Hygge oder Das Dänische Glücksrezept

Dänemark wird andauernd in Studien als das glücklichste Land der Welt bezeichnet. Und das trotz des schlechten Wetters und der hohen Steuern. Woran liegt das? Der Kopenhagener Glücksforscher Meik Wiking erklärt in seinem Buch “Hygge – ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht” (2016), dass das Geheimrezept der Dänen Hygge ist.

Vielleicht verdrehst Du jetzt schon die Augen bis zum Hinterkopf, weil in den letzten Jahren ein so großer Hype um das Wort entstanden ist. Aber lies weiter, ich bin  stark der Überzeugung, dass wir alle mehr Hygge in unserem Leben gebrauchen können. Beziehungsweise, das was Hygge ausdrückt. Denn wie wir es nennen, ist eigentlich egal.

Was ist denn dieses “Hygge” überhaupt?

“Hygge” beschreibt ein dänisches Konzept, oder besser: ein Gefühl. Versucht man es zu übersetzen, käme Gemütlichkeit vermutlich am nächsten. Es geht darum, alltägliche Dinge bedeutungsvoller zu machen und bewusst zu genießen.

Das Wort “Hygge” kommt ursprünglich aus dem Norwegischen und bedeutet so etwas wie “Wohlbefinden”. In der dänischen Sprache können wir es erst seit Ende des 18. Jahrhunderts entdecken, seitdem haben die Dänen aber gehörig aufgeholt – das Wort findet man überall! Es kann ein Nomen sein, ein Adjektiv (“Das war hyggelig.”) oder ein Verb (“Lass uns hyggen.”). Und die Dänen haben die sympathischsten Wortkombinationen damit gebildet, als Beispiel: “Hyggekrog” für einen besonders gemütlichen Ort in der Wohnung oder “Hyggebukser” für die supergemütliche Lieblingshose, die man aber niemals außerhalb von zu Hause anziehen würde.

Bevor ich mehr darauf eingehe, was Hygge ausmacht, hier nochmal ein kleiner Reminder, dass Du Dich jetzt schon für meinen Newsletter anmelden kannst. Ich melde mich dort nur einmal im Monat mit einer Zusammenfassung bei Dir und diesen Monat bekommst Du ein tolles Freebie, das Dich massiv bei der Planung und Umsetzung Deiner Staycation unterstützen kann. Hier kannst Du Dich anmelden:

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Die Bestandteile von Hygge

So, zurück zum Thema: Ich möchte Dir die wichtigen Punkte zeigen, die Dir helfen können, in Deinem Alltag mehr schöne und bewusste Momente zu integrieren. Mehr Hygge also. Die Inhalte und Ideen stammen aus Meik Wikings Buch “Hygge – ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht” (2016), die Meinungen sind selbstverständlich meine eigenen. Wenn Du Dich mehr für das Thema interessierst, kann ich Dir das Buch nur ans Herz legen, da steckt wirklich viel drin.

Atmosphäre

Hygge ist, wie schon beschrieben, ein Gefühl und wird zu einem großen Teil durch die Atmosphäre ausgelöst. Denke hierbei an einen Raum mit vielen kleinen gemütliche Lichtquellen oder am besten Kerzen, offenes Feuer insgesamt und Gegenstände aus Holz oder Keramik. Oder welche, die anderweitig aus der Natur kommen und/oder eine Geschichte haben. Auch Bücher können eine gemütliche Stimmung auslösen (gute Nachricht für alle Bücherwürmer). Hygge bedient alle Sinne, also sind die Texturen der Gegenstände in Deiner Umgebung nicht unwichtig – je mehr verschiedene, desto besser! Hauptsache sie sind natürlich.

Musik kann die Atmosphäre natürlich auch total beeinflussen, ich kann Dir hier meine morgentau-Playlist auf Spotify für hyggelige Musik empfehlen!

Bequemlichkeit

Um den Moment genießen zu können, müssen wir uns wohlfühlen. Dazu gehört nicht nur die Atmosphäre, sondern auch Bequemlichkeit. Neben Naturmaterialien und Kerzen sind deshalb Kissen, Decken und gemütliche Kleidung ein Muss für Hygge.

Gegenwart

Wir wissen eigentlich, dass das Gefühl von Geborgenheit nur entstehen und vor Allem auch wahrgenommen werden kann, wenn wir mit unserer gesamten Aufmerksamkeit im aktuellen Moment sind. Es ist außerdem nicht nur respektvoller unserem Gegenüber, sondern auch uns selbst gegenüber, wenn wir unser Handy zur Seite legen und uns auf den aktuellen Moment konzentrieren. Auch Multi-Tasking sollten wir dementsprechend vermeiden.

Vergnügen

Dass Hygge und gutes Essen miteinander verknüpft sind, ist nicht verwunderlich, finde ich. Lebensmittel spielen nicht nur eine große kulturelle Rolle, sondern wirken direkt auf unser Belohnungssystem im Gehirn. Gute Nachrichten also für alle, die gerne naschen (kann ich Dir hier mein traumhaftes Rezept für dänische Zimtschnecken empfehlen)?

Besonders zu betonen ist an der Stelle die Achtsamkeit und die Beziehung zur Mahlzeit. Es geht darum, den Augenblick zu wertschätzen und bewusst zu genießen. Das fängt schon bei der Beschaffung der Zutaten und der Zubereitung der Mahlzeit an. Meik Wiking schreibt hierzu: “Je langsamer die Zubereitung, desto mehr Hygge.”

Vergnügen heißt für ihn auch, dass wir uns wieder mehr erlauben sollen zu spielen, kindlich zu sein. Einfach mal etwas zu tun, ohne dass es mehr als der Freude dienen muss. Meiner Meinung nach sind wir mit unserer Staycation auf dem besten Weg dahin.

Sicherheit

Ein ebenso wichtiger wie logischer Punkt, wenn man Hygge betrachtet, ist das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Schließlich wirst Du wohl kaum das Gefühl von Gemütlichkeit bekommen, wenn Du bei starkem Gewitter mitten auf dem Feld bist. Blitzt und donnert es jedoch, wwährend Du eingekuschelt in einer geschützten Hütte am Kamin sitzt, sieht die Sache schon ganz anders aus. Kalkulierbare Gefahr kann Hygge also erhöhen – so lange Du dich sicher fühlst.

Gemeinschaft

Ein wesentlicher Bestandteil von Hygge ist das Zusammensein mit anderen. Auch hierbei ist das Gefühl von Sicherheit unglaublich wichtig – genau wie Gleichheit und Frieden untereinander. Kleine enge Gruppen sind hier eine bessere Voraussetzung für eine hyggelige Zeit als ein Treffen in einer großen Freundesgruppe. Wenn jeder zu Wort kommt und man in Harmonie Zeit verbringt, fühlt man viel mehr Gemütlichkeit als in hitzigen politischen Diskussionen oder gar Streit. Wiking schreibt, dass auch Wettbewerb in einer hyggeligen Runde keinen Platz hat und Angebertum ganz schlecht ankommt. Man also ohne Sorge man selbst sein und muss niemandem beweisen, wie toll man ist.

Nostalgie

In der Gemeinschaft schöne Erinnerungen zu schaffen ist genauso hyggelig wie sich später daran zu erinnern. Wer blättert nicht gerne in einem alten Fotobuch? Analog ist hierbei eindeutig ein ganz anderes Gefühl als sich am Laptop durch Ordner zu klicken.

An der Stelle fallen mir auch die berühmten Dia-Shows aus den Erzählungen meiner Eltern ein, die früher der Traum der Gastgeber und der Alptraum der Gäste war, haha. Wahrscheinlich ist man hier gut bedient, nur mit Menschen in Erinnerungen zu schwelgen, die bei dem Moment dabei waren oder ein ernst gemeintes Interesse bekundet haben.

Dankbarkeit

Zahlreiche Studien zeigen, dass Dankbarkeit uns glücklicher macht. Sie hilft uns, den aktuellen Moment so anzunehmen wie er ist und uns dadurch voll auf ihn einzulassen und zu genießen.

Insgesamt ist auch Bescheidenheit eine wichtige Voraussetzung von Hygge, ganz nach dem Motto, dass die wichtigsten Dinge im Leben keine Dinge sind. Meik Wiking beschreibt das im Buch sehr schön: “Je mehr Bling, desto weniger Hygge.”

Seien wir ehrlich – nichts davon ist eine wirklich bahnbrechende Erkenntnis oder etwas, das wir nicht schon irgendwie wissen. Hygge heißt zusammengefasst eigentlich nur, dem aktuellen Moment Wertschätzung und Aufmerksamkeit zu schenken und es sich gut gehen zu lassen.

Trotzdem, manchmal brauchen wir kleine Reminder, um genau das auch zu tun. Wissen können wir schließlich Vieles, aber wie viel setzen wir auch tatsächlich um? Im Endeffekt haben wir nur den aktuellen Moment – gestern ist vorbei und wer weiß, ob wir morgen wirklich haben. Und so sehr das nach Kalenderweisheit klingen mag, lass uns das immer wieder ins Gedächtnis rufen und dementsprechend unseren Alltag verbringen. Ohne uns sie vorher verdienen zu müssen und ohne, dass sie einen besonderen Zweck erfüllen müssen.

Das war mein Wort zum Mittwoch, ich hoffe, Du konntest für Dich etwas aus dem Post mitnehmen.

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